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Web- und Näh-Ausbildungswerkstatt "Vony"(Knospe)

1. Entstehungsgeschichte

Im April 1998 eröffnete „Zaza Faly“ sein erstes Ausbildungsprojekt für zunächst sechs der jugendlichen Projektmädchen unserer Sozialstation. Seit März 1999 führt die madagassische NRO „Manda“ das Projekt in Eigenverantwortung.
Die Geschichte seiner Entstehung reicht bin in das Jahr 1996 zurück und begann mit dem Kauf einer Singer- Nähmaschine.

VONY

Seinerzeit hatten sich die Projektkinder, die täglich zu uns kamen, am Nachmittag u.a. damit beschäftigt, ihre teilweise hoffnungslos erlöcherte Kleidung mit Hilfe von Nadel und Faden provisorisch zu reparieren, mit der Konsequenz, dass sie sich nach einigen Tagen oft gänzlich in ihre Bestandteile auflöste.
Zu unser aller Überraschung waren die Kinder von der Nähmaschine hellauf begeistert. Oft genügte es, dass die Lehrerinnen einmal kurz die Technik erklärten und schon wollten sie es selbst ausprobieren. Die Auffassungsgabe der Kinder war dabei sehr verblüffend. Innerhalb kürzester Zeit wurde das Nähen am Nachmittag zu einem festen Bestandteil des Projektprogramms.
Neben dem Reparieren ihrer Kleidung stellten die Kinder nun auch schon eigene Kleidungsstücke her, wie Blusen, Röcke oder Hosen. Gerade die älteren Projektmädchen stellten sich dabei als besonders talentiert heraus, so dass Ende 1997 zum ersten Mal die Idee geboren wurde, für diese Mädchen eine eigene Ausbildungswerkstatt zu gründen. Da es für die Teilnahme am Projektprogramm der Sozialstation eine Altersbegrenzung von 16 Jahren gibt, kam diese Idee für die Mädchen zu einem günstigen Zeitpunkt.
Nach einer intensiven Vorbereitungsphase kam es dann im April 1998 zur Eröffnung der Web- und Nähwerkstatt. Zunächst wurde ein kleines Haus angemietet. Im Parterre befinden sich die Werkstatt, die Küche und Dusche. Im ersten Stock wohnten zu Beginn sechs, mittlerweile sind es bis zu 15 Mädchen.

2. Ziele, Struktur und Ausbildungsergebnisse

Ziel dieser Ausbildung ist es, einer begrenzten Anzahl vom Straßenmädchen, die auf dem madagassischen Arbeitsmarkt bestenfalls als ungelernte Hilfskräfte enden würden, die Möglichkeit zu einer beruflichen Ausbildung sowie selbständigen Arbeit zu geben.
Zu Beginn der Ausbildung wird zunächst damit begonnen, Tücher mit verschiedenen Mustern zu nähen, zu sticken und zu weben. Später werden erste Tischdecken, Kleider, Taschen, Servietten oder Schals hergestellt. Deren Qualität ist anfangs natürlich noch sehr mangelhaft. Mit fortlaufender Ausbildung verbessert sie sich meist erheblich, so dass die Mädchen gemeinsam mit ihren Ausbildern beginnen, die Waren an Interessenten zu verkaufen. 10% des Gewinnes wird für die Mädchen auf einem Sparbuch fest angelegt. 90% werden zurück in die Materialkasse gelegt.
Die Mädchen erhalten neben einem Gewinnanteil ein kleines Taschengeld ein Taschengeld in Höhe von 5000 Ariary (ca. 2 €) pro Monat. Der eigenverantwortliche Umgang mit Geld wird für die Mädchen in der Zukunft sehr wichtig sein, besonders im Hinblick auf eine eventuelle Selbständigkeit.

VONY

Die Produktpalette hat sich ebenfalls erheblich erweitert. Sie reicht von Web-, Stick- und Nähprodukten (Kleidung, Decken, Wandbehänge, Schals) bis hin zu Seidenartikel.
Nach Beendigung ihrer Ausbildung ist „Manda“ auch hier bei der Suche nach Arbeitsplätzen behilflich. So wurden von den 42 Mädchen, die seit dem Jahr 2000 ihre Ausbildungen beendeten, 24 in feste Arbeitsverhältnisse integriert. 12 von ihnen sind in anderen Berufen tätig (Arbeit auf dem Markt, Haushaltshilfen), 4 sind verheiratet und arbeiten als Hausfrauen.
Mit drei von ihnen gibt es keinen direkten Kontakt mehr. Von einer der ehemaligen Projektmädchen ist uns bekannt, dass sie ihren Lebensmittelpunkt wieder auf der Straße hat.
Auch diese Quote erachten wir angesichts der Arbeitsmarktsituation als einen großen Erfolg. Endlich haben sie die Gelegenheit zu zeigen, dass sie in der Lage sind, auch selbst einen positiven Beitrag für sich selbst, aber auch für die madagassische Gesellschaft allgemein zu leisten.
Diese Wechselwirkung kann es vielleicht möglich machen, dass diese Jugendlichen in naher Zukunft wirklich einmal im sozialen Gefüge des Landes integriert sein werden. Das ist das Ziel beider Ausbildungsprojekte, welches wir verfolgen möchten.

Die durchschnittlichen monatlichen Kosten gliedern sich wie folgt:

Nr.

Posten

Euro

1

Miete

75,-

2

Lohn

100,-

3

Material

100,-

4

Essen

135,-

5

Strom/Wasser

15,-

6

Haushalt

45,-
7

Transport

20,-

8

Medizin

25,-
9

Reperaturen

5,-

10

Taschengeld

25,-

    Insgesamt

540,-




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